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Grundlagen & Optik Redaktion fernglas-check.de · Stand

Fernglas einfach erklärt: Aufbau, Zahlen und Bedienung

Inhalt 18 Abschnitte

Wie ein Fernglas funktioniert

Ein Fernglas besteht aus zwei parallelen Rohren, in denen jeweils drei optische Baugruppen hintereinander arbeiten: das Objektiv vorne, ein Prismensystem in der Mitte und das Okular am Auge. Das Objektiv sammelt das Licht und erzeugt ein Bild, das Prismensystem richtet es wieder auf, und das Okular vergrößert es wie eine Lupe für das Auge.

Weil zwei Rohre vorhanden sind, sehen Sie mit beiden Augen und behalten den räumlichen Eindruck. Ein einröhriges Gerät heißt dagegen Monokular.

Objektive: Licht einfangen

Die Objektive sind die großen Linsen an der Vorderseite. Sie bestehen meist aus mehreren verkitteten Einzellinsen, die Farbfehler und Verzerrungen verringern. Das Bild, das sie erzeugen, steht zunächst auf dem Kopf und seitenverkehrt.

Wichtigste Größe ist der Objektivdurchmesser in Millimetern. Ein größerer Durchmesser nimmt mehr Licht auf, was vor allem in der Dämmerung hilft, macht das Glas aber auch größer und schwerer. Kompakte Gläser kommen mit kleinen Objektiven aus und passen in die Jackentasche.

Prismen: Das Bild aufrichten

Die Prismen drehen das Bild zurück in die richtige Lage und verlängern zugleich den Lichtweg, sodass das Glas kürzer gebaut werden kann. Es gibt zwei Bauarten:

  • Porro-Prismen: Das Licht wird zweimal um 90 Grad umgelenkt. Die Rohre sind dadurch versetzt, das Glas wirkt breiter, und der Objektivabstand ist größer als der Augenabstand. Die Bauart ist seit Langem etabliert und bei gleicher Leistung oft günstiger zu fertigen.
  • Dachkant-Prismen: Das Licht verläuft nahezu geradeaus durch das Rohr. Die Form ist schlank und gerade, das Glas lässt sich kompakt und handlich bauen. Die Fertigung ist aufwendiger.

Beide Bauarten können ein sehr gutes Bild liefern. Entscheidend sind Glasart, Vergütung und saubere Justierung, nicht allein die Prismenform.

Okulare: Das Bild betrachten

Das Okular ist die Linsengruppe am Auge. Es wirkt ähnlich wie eine Lupe auf das Zwischenbild und bestimmt maßgeblich, wie groß das Sehfeld wirkt und wie bequem das Beobachten ist. Wichtig sind der Abstand zwischen Okularlinse und Auge, die verstellbaren Augenmuscheln und der Dioptrienausgleich.

Für Brillenträger sind Okulare mit großem Augenpunktabstand (auch Eye Relief genannt) gedacht: Sie erlauben es, mit Brille das ganze Bildfeld zu sehen. Die Austrittspupille hat damit nichts zu tun.

Die Zahlen auf dem Gehäuse verstehen

Hinter einer Bezeichnung wie 8x42 steckt die Vergrößerung (8-fach) und der Objektivdurchmesser (42 mm). Wie stark er die Lichtaufnahme des Objektivs bestimmt, zeigt sich vor allem in der Dämmerung. Aus beiden Zahlen lassen sich weitere Werte ableiten:

  • Austrittspupille: Objektivdurchmesser geteilt durch Vergrößerung. Beim 8x42 sind das 42 : 8 = 5,25 mm. Das ist der Durchmesser des Lichtbündels, das aus dem Okular austritt. Je größer er ist, desto leichter fällt das Beobachten bei wenig Licht.
  • Dämmerungszahl: Wurzel aus Vergrößerung mal Objektivdurchmesser. Für 8x42 ist das die Wurzel aus 336, also etwa 18.
  • Sehfeld: Der sichtbare Ausschnitt, angegeben in Metern auf 1.000 Meter Entfernung oder in Grad. Ein Grad entspricht etwa 17,5 Metern auf 1.000 Meter. Höhere Vergrößerung bedeutet bei gleicher Bauart ein kleineres Sehfeld.

Mit der Vergrößerung wächst auch die Verwackelung. Freihändig sind etwa 10-fach die Grenze, darüber hilft ein Stativ.

Rechenbeispiele: Drei Bezeichnungen im Vergleich

Drei gängige Angaben zeigen, wie sich die Zahlen auswirken. Ein 8x25 hat eine Austrittspupille von 25 : 8 = 3,1 mm und eine Dämmerungszahl von etwa 14. Es ist klein und leicht, zeigt aber bei wenig Licht weniger. Ein 8x42 kommt auf 5,25 mm und etwa 18, ein 10x50 auf 5 mm und etwa 22.

Das 10x50 vergrößert stärker und sammelt viel Licht, ist aber das größte und schwerste der drei Gläser und bei freihändiger Nutzung schwerer ruhig zu halten. Welche Kombination am besten passt, hängt deshalb davon ab, ob Gewicht, Helligkeit oder Detailtiefe für Sie wichtiger ist.

Fernglas, Monokular und Opernglas

Neben dem klassischen Fernglas gibt es verwandte Geräte. Ein Monokular besitzt nur ein Rohr, ist dadurch kleiner und leichter, erlaubt aber nur das Sehen mit einem Auge. Ein Opernglas ist ein kleines Glas mit geringer Vergrößerung, meist nach dem Prinzip des Galilei-Fernrohrs gebaut, das mit wenigen Linsen auskommt und vor allem für kurze Entfernungen im Theater gedacht ist. Dem Fernglas mit Prismen gelingt dagegen bei höherer Vergrößerung ein helles, aufrechtes Bild.

Wer zum ersten Mal ein Glas kauft, ist mit einem klassischen Fernglas mit Prismen und mittlerer Vergrößerung meist am besten bedient, weil es sich auf viele Einsätze übertragen lässt.

Gläser und Beschichtung

Die Lichtausbeute hängt stark von der Vergütung ab. Das ist eine hauchdünne Beschichtung auf den Glasflächen, die Reflexionen verringert und mehr Licht durchlässt. Bei den Prismen unterscheidet man die Glasarten BaK-4 und BK-7, wobei BaK-4 meist als hochwertiger gilt, weil das Bild bis zum Rand heller bleibt.

So stellen Sie ein Fernglas ein

  1. Klappen Sie die Rohre am Gelenk so weit auf oder zu, bis Sie ein rundes Bild sehen.
  2. Suchen Sie ein entferntes Objekt und stellen Sie mit dem Mitteltrieb und dem rechten Auge scharf, während Sie das linke Auge schließen.
  3. Schließen Sie nun das rechte Auge und gleichen Sie mit dem Dioptrienausgleich am linken Okular nach.
  4. Prüfen Sie mit beiden Augen: Das Bild sollte durchgehend scharf sein. Merken Sie sich die Dioptrieneinstellung für das nächste Mal.

Erste Schritte beim Beobachten

Wer zum ersten Mal durch ein Fernglas schaut, verliert das Objekt oft aus dem Bild. Hilfreich ist ein fester Ablauf: Suchen Sie das Ziel zuerst mit bloßem Auge, behalten Sie es im Blick und führen Sie das Glas dann ruhig vor die Augen, ohne den Kopf zu bewegen. Stützen Sie die Ellbogen am Körper oder an einer Auflage ab, damit das Bild ruhig bleibt.

Mit Brille drehen Sie die Augenmuscheln ein oder klappen sie um, ohne Brille fahren Sie sie aus.

Üben Sie zunächst an ruhigen, gut erkennbaren Objekten wie einem Kirchturm oder einem Baum in der Ferne. Erst wenn das Auffinden und Scharfstellen flüssig gelingt, lohnt sich die Beobachtung bewegter Ziele wie Vögel. Reinigen Sie die Linsen nur mit einem weichen Tuch, nachdem Sie Sandkörner mit einem Blasebalg oder Pinsel entfernt haben.

Welche Gläser zu welchem Einsatz passen

Für den Einstieg lohnt der Blick auf den geplanten Einsatz:

  • Vogelbeobachtung: Mittlere Vergrößerung und ein großes Sehfeld, zum Beispiel 8x42, erleichtern das Finden und Verfolgen.
  • Astronomie: Große Objektive sammeln viel Licht, für ruhige Bilder hilft ein Stativ. Blicken Sie niemals mit dem Fernglas in die Sonne, es drohen schwere Augenschäden.
  • Jagdbeobachtung: Wichtig sind robuste, wetterfeste Gläser mit guter Dämmerungsleistung zum Beobachten und Ansprechen des Wildes.
  • Reise, Konzert und Oper: Kompakte Gläser mit kleinen Objektiven sind leicht und klein.
  • Wandern und Outdoor: Gefragt sind geringes Gewicht, Abdichtung und ein sicherer Griff.
  • Kinder: Leichte, robuste Gläser mit kleiner Vergrößerung sind einfach zu bedienen.
  • Bildstabilisierte Gläser: Sie gleichen kleine Bewegungen aus und machen höhere Vergrößerungen freihändig nutzbar.

Kaufentscheidung vorbereiten

Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, notieren Sie, was Sie hauptsächlich beobachten wollen, wie lange Sie das Glas tragen und ob Sie eine Brille nutzen. Daraus ergeben sich Vergrößerung, Objektivdurchmesser und Bauform. Im Fachhandel können Sie prüfen, ob das Glas bequem in der Hand liegt und ob sich Fokus und Dioptrienausgleich leicht bedienen lassen.

Vor- und Nachteile für Einsteiger

VorteilNachteil
Entfernte Objekte lassen sich mit beiden Augen beobachtenGrößere Gläser sind schwerer und unhandlicher
Viele Bauformen für unterschiedliche EinsätzeEinstellen und Ruhighalten erfordern etwas Übung
Detailwahrnehmung deutlich besser als mit bloßem AugeHochwertigere Gläser liegen in einer höheren Preisklasse
Robuste Modelle halten Wetter und Alltag ausOptik braucht Pflege und trockene Lagerung

Bekannte Hersteller als Orientierung

Zu den Herstellern von Ferngläsern gehören unter anderem APM, Bresser, Bushnell, Canon, Leica, Nikon, Swarovski und Zeiss. Das Angebot reicht von der Einsteigerklasse bis zur Oberklasse. Die Marke allein sagt jedoch wenig über ein einzelnes Modell aus. Vergleichen Sie die Herstellerangaben und probieren Sie das Glas im Fachhandel aus.

Begriffe im Überblick

  • Austrittspupille: Durchmesser des Lichtbündels am Okular.
  • Vergrößerungsfaktor: Wie viel näher ein Objekt erscheint, zum Beispiel 10-fach.
  • Objektivdurchmesser: Durchmesser der Frontlinse in Millimetern.
  • Sehfeld: Sichtbarer Bereich, in Metern auf 1.000 Meter oder in Grad angegeben.
  • Naheinstellgrenze: Kürzeste Entfernung, auf die sich scharfstellen lässt.
  • Vergütung: Beschichtung der Glasflächen gegen Reflexe.
  • Schutzart: Angabe nach IEC 60529, etwa IPX7 für zeitweiliges Untertauchen.
  • Bildstabilisator: Technik, die Verwacklungen ausgleicht.

Weiterführende Quellen

Technische Hintergründe finden Sie bei den Herstellern, zum Beispiel bei Minox und Steiner, sowie im Wikipedia-Eintrag zum Fernglas mit Hinweisen zur Geschichte und zu den Bauarten.

Kurz gesagt

  • Objektiv, Prisma und Okular arbeiten zusammen: sammeln, aufrichten, vergrößern.
  • Bei 8x42 sind 8 die Vergrößerung und 42 der Objektivdurchmesser, die Austrittspupille beträgt 5,25 mm.
  • Dachkant ist schlank und gerade, Porro hat versetzte Rohre.
  • Freihändig sind etwa 10-fach die Grenze.
  • Nie mit dem Fernglas in die Sonne blicken.

Häufige Fragen zum Fernglas für Einsteiger

Was ist ein Fernglas?

Ein Fernglas ist ein zweiröhriges optisches Gerät, das entfernte Objekte vergrößert und mit beiden Augen betrachten lässt. Es besteht aus Objektiven, Prismen und Okularen.

Was bedeuten die Zahlen auf einem Fernglas?

Die erste Zahl gibt die Vergrößerung an, die zweite den Objektivdurchmesser in Millimetern. Bei 8x42 sind das 8-fache Vergrößerung und 42 mm. Die Austrittspupille ergibt sich aus 42 : 8 = 5,25 mm.

Worin unterscheiden sich Dachkant- und Porro-Prismen?

Dachkant-Gläser haben gerade, schlanke Rohre, Porro-Gläser versetzte Rohre und wirken breiter. Beide Bauarten können gute Bilder liefern, die Fertigung der Dachkant-Bauart ist aufwendiger.

Welche Vergrößerung ist für den Anfang sinnvoll?

Meist 8-fach oder 10-fach. Darüber verwackelt das Bild freihändig stark, und das Sehfeld wird kleiner.

Darf ich mit dem Fernglas in die Sonne schauen?

Nein. Der Blick in die Sonne, auch mit nur einem Auge, kann die Netzhaut dauerhaft schädigen. Richten Sie das Fernglas nie in Richtung Sonne.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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