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Fernglas Bundeswehr: Bezeichnung und Kennzahlen erklärt
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Bundeswehr-Fernglas 10x50: was die Bezeichnung aussagt
Auf einem Fernglas der Bundeswehr steht dieselbe Kennzahl wie auf jedem zivilen Glas: zwei Zahlen mit einem „x“ dazwischen. Bei einem 10x50 nennt die erste Zahl die Vergrößerung, die zweite den Objektivdurchmesser in Millimetern. Im Handel mit ausgemusterter Ausrüstung werden solche Gläser oft als „Original Bundeswehr Fernglas 10x50“ angeboten. Das Wort „Original“ beschreibt die Herkunft aus dem Dienstbestand, über den optischen Zustand sagt es nichts.
Aus den beiden Zahlen lassen sich die wichtigsten Eigenschaften ableiten:
- Vergrößerung 10-fach: Ein Objekt in 1.000 m Entfernung erscheint so groß wie mit bloßem Auge aus 100 m.
- Objektivdurchmesser 50 mm: Große Lichtsammelfläche, dadurch auch in der Dämmerung ein brauchbares Bild.
- Austrittspupille: 50 : 10 = 5 mm.
- Dämmerungszahl: Wurzel aus 10 × 50, also rund 22,4.
Alles Weitere, etwa Sehfeld, Vergütung, Gewicht oder Dichtigkeit, steht nicht in der Kennzahl. Diese Angaben finden sich auf dem Gehäuse, in der Dienstvorschrift oder in den Unterlagen des Herstellers. Bei gebrauchten Stücken sollten Sie sich nicht auf die Beschreibung eines Angebots verlassen, sondern auf das, was am Gerät selbst steht.
Weitere Beschriftungen auf Dienstgläsern
Neben der Kennzahl tragen Dienstgläser meist den Namen des Herstellers und eine Seriennummer. Dazu können eine Versorgungsnummer aus der militärischen Materialwirtschaft und Eigentumskennzeichen kommen. Viele Militärgläser haben außerdem eine Strichplatte im Okular: eine feine Skala, mit der sich Winkel und bei bekannter Objektgröße Entfernungen schätzen lassen. Wer ein solches Glas zur Naturbeobachtung nutzt, sieht die Skala ständig im Bild. Manche stört das, andere gewöhnen sich schnell daran.
Welche Gläser die Truppe im Lauf der Zeit geführt hat, beschreibt der Beitrag Welches Fernglas hat die Bundeswehr?
Hersteller Hensoldt, Wetzlar und Zeiss
Gebrauchte Bundeswehr-Gläser werden häufig mit der Herstellerangabe „Hensoldt Wetzlar“ oder „Zeiss“ angeboten. Hensoldt ist ein traditionsreicher Optikbetrieb aus Wetzlar, der eng mit Zeiss verbunden war. Beide Namen stehen für militärische und zivile Optik aus deutscher Fertigung.
Für die Einordnung eines einzelnen Glases hilft der Name allein wenig. Hersteller haben über Jahrzehnte verschiedene Baureihen geliefert, und auch andere Firmen haben für die Bundeswehr gefertigt. Aussagekräftig sind die Gravur am Gerät, die Seriennummer und der tatsächliche Zustand. Im Zweifel gibt der Hersteller selbst Auskunft, ob eine Nummer zu einer bestimmten Serie gehört.
Vor- und Nachteile der Klasse 10x50
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| 10-fache Vergrößerung zeigt Details auf große Distanz | Zittern der Hände wird deutlich sichtbar, eine Auflage hilft |
| 50 mm Objektiv und 5 mm Austrittspupille liefern ein helles Bild | Größer und schwerer als Gläser der 30- oder 42-mm-Klasse |
| Militärgläser sind auf rauen Einsatz ausgelegt | Robuste Armierung und Metallgehäuse erhöhen das Gewicht weiter |
| Gasfüllung, wo vorhanden, schützt vor Innenbeschlag | Bei alten Gläsern können Dichtungen gealtert sein |
| Gute Eignung für weite, offene Landschaft | Kleineres Sehfeld und meist größere Naheinstellgrenze als bei 8-fachen Gläsern |
Zustand: worauf es bei gebrauchten Dienstgläsern ankommt
Händler beschreiben ausgemusterte Gläser gern als „neuwertig“. Der Begriff ist nicht genormt. Prüfen Sie selbst oder lassen Sie sich diese Punkte bestätigen:
- Linsen und Prismen: Schleier, Pilzfäden, Staub oder Tropfen im Inneren mindern den Kontrast und lassen sich nur in einer Werkstatt beheben.
- Kratzer und Vergütung: Feine Putzspuren auf der Frontlinse sind meist harmlos. Abgeriebene Vergütung oder tiefe Kratzer nicht.
- Justage: Ein entferntes Motiv fixieren. Entstehen Doppelbilder oder ermüden die Augen nach kurzer Zeit, sind die beiden Hälften nicht mehr parallel. Das passiert nach Stürzen.
- Mechanik: Fokussierung und Dioptrienausgleich müssen gleichmäßig laufen, die Knickbrücke soll ihre Stellung halten.
- Armierung und Augenmuscheln: Gummi wird mit den Jahren spröde oder klebrig. Ersatz ist nicht für jedes alte Modell erhältlich.
- Zubehör: Tasche, Riemen und Okularschutz sind bei Dienstgläsern oft dabei, aber nicht selbstverständlich.
Kaufbedingungen sachlich prüfen
Preis, Versandkosten und Rückgabemöglichkeiten sind Sache des jeweiligen Händlers und ändern sich. Für ein gebrauchtes Fernglas ist vor allem wichtig, dass Sie es nach Erhalt in Ruhe prüfen und bei Mängeln zurückgeben können. Lesen Sie die Bedingungen des Anbieters vor der Bestellung und lassen Sie sich Zustand und Lieferumfang schriftlich bestätigen. Aussagekräftige Fotos von Objektiven, Okularen und Gravur gehören zu einem seriösen Angebot.
Bei Sammlerstücken bestimmt die Nachfrage den Preis stärker als die optische Leistung. Wer nur beobachten möchte, vergleicht deshalb am besten mit einem aktuellen zivilen 10x50 derselben Preisklasse.
Für wen sich ein Bundeswehr-Fernglas eignet
- Sammler: Für sie zählen Originalzustand, vollständiges Zubehör und lesbare Kennzeichnung.
- Naturbeobachter und Wanderer: Sie bekommen ein robustes Glas, tragen aber mehr Gewicht als bei einem modernen Reiseglas.
- Jäger: Für das Ansprechen von Wild im offenen Gelände ist die 10x50-Klasse verbreitet. Im Wald ist ein 8-faches Glas mit größerem Sehfeld oft praktischer.
- Technikinteressierte: Dienstgläser zeigen, wie Optik für harten Einsatz konstruiert wird.
Besonderheiten militärischer Ferngläser
Militärgläser sind auf Zuverlässigkeit gebaut, nicht auf Bedienkomfort. Typisch sind diese Merkmale:
- Einzelokulareinstellung: Viele Dienstgläser haben keinen Mitteltrieb. Jedes Okular wird einmal auf das eigene Auge eingestellt, danach ist ab mittlerer Entfernung alles scharf. Das ist dicht und robust, für nahe Motive aber unpraktisch. Mehr dazu im Beitrag zur Einzelokulareinstellung.
- Strichplatte: Skala im Bild für Winkel- und Entfernungsschätzung.
- Gedeckte Farben und matte Oberflächen: Sie sollen Reflexe vermeiden.
Vergrößerung und Objektivdurchmesser im Detail
Die Vergrößerung bestimmt, wie nah ein Motiv erscheint. Mit ihr wachsen aber auch die Nachteile: Das Sehfeld wird kleiner, die Austrittspupille schrumpft bei gleichem Objektiv, und jede Bewegung der Hände überträgt sich stärker auf das Bild. Freihändig lässt sich etwa bis 10-fach ruhig beobachten. Ein 10x50 liegt also an der Grenze. Aufgestützte Ellbogen, ein Zaunpfahl oder ein Stativ machen das Bild sichtbar ruhiger.
Das Objektiv ist die Lichtöffnung. 50 mm sammeln deutlich mehr Licht als die 30 oder 42 mm kleinerer Gläser. Der Gewinn zeigt sich in der Dämmerung und unter dichtem Blätterdach. Am hellen Tag ist er kaum zu sehen, das Mehrgewicht dagegen immer zu spüren. Was die Kombination im zivilen Alltag leistet, erklärt der Beitrag Fernglas 10x50.
Vergütung der Linsen und Lichtdurchlässigkeit
An jeder Glasfläche wird ein Teil des Lichts reflektiert. Vergütung nennt man dünne Schichten, die diese Reflexion verringern. Dadurch kommt mehr Licht am Auge an, und Streulicht legt sich weniger als Schleier über das Bild.
- Unvergütet: Deutliche Verluste an jeder Fläche, flaues Bild im Gegenlicht.
- Einfach vergütet: Eine Schicht, oft mit bläulichem Reflex. Bei älteren Gläsern üblich.
- Mehrschichtvergütet: Mehrere Schichten für einen breiten Farbbereich. Stand der Technik bei heutigen Gläsern, im besten Fall auf allen Glas-Luft-Flächen.
Bei einem älteren Dienstglas entspricht die Vergütung dem Stand seines Baujahrs. Ein aktuelles Glas der Mittelklasse kann deshalb heller und kontrastreicher abbilden als ein Jahrzehnte altes Militärglas, auch wenn dieses mechanisch überlegen ist. Konkrete Transmissionswerte sind nur verlässlich, wenn der Hersteller sie für das jeweilige Modell nennt.
Sehfeld und Dämmerungszahl
Das Sehfeld gibt an, wie breit der Ausschnitt ist, den Sie auf 1.000 m Entfernung überblicken. Die Angabe erfolgt in Metern oder in Grad. Zur Umrechnung: 1 Grad entspricht etwa 17,5 m auf 1.000 m. Ein großes Sehfeld erleichtert es, bewegte Motive zu finden und zu verfolgen. Bei 10-facher Vergrößerung fällt es grundsätzlich kleiner aus als bei 7- oder 8-facher.
Die Dämmerungszahl ist die Wurzel aus Vergrößerung mal Objektivdurchmesser. Für ein 10x50 ergibt das die Wurzel aus 500, also rund 22,4. Sie ist ein Rechenwert für die Detailerkennbarkeit bei wenig Licht und gilt für jedes 10x50 gleich, unabhängig von dessen Güte. Die Qualität von Glas und Vergütung erfasst sie nicht.
Nahpunkt und Austrittspupille
Der Nahpunkt, auch Naheinstellgrenze genannt, ist die kürzeste Entfernung, auf die sich ein Fernglas scharf stellen lässt. Große Gläser mit hoher Vergrößerung haben meist eine weitere Naheinstellgrenze als kompakte Modelle. Für Schmetterlinge oder Libellen ist ein 10x50 deshalb selten die erste Wahl, erst recht nicht mit Einzelokulareinstellung.
Die Austrittspupille ist das Lichtbündel, das aus dem Okular tritt. Beim 10x50 misst sie 5 mm. Als Orientierung gelten 2 bis 3 mm für Tageslicht und 5 bis 7 mm für die Dämmerung. Ein 10x50 liegt damit am unteren Rand der Dämmerungsgläser und ist bei Tag reichlich versorgt. Die große Pupille macht zudem den Einblick bequem: Das Auge muss nicht millimetergenau hinter dem Okular sitzen.
Stickstofffüllung und Prismenarten
Bei einer Stickstofffüllung wird die Luft im Gehäuse durch trockenes Gas ersetzt und das Glas abgedichtet. So kann sich bei Temperaturwechseln innen keine Feuchtigkeit niederschlagen. Die Außenflächen können weiterhin beschlagen, etwa wenn Sie aus der Kälte in einen warmen Raum kommen. Bei alten Gläsern hält die Füllung nur so lange, wie die Dichtungen intakt sind.
Zwei Prismenbauarten sind verbreitet:
- Porroprismen: Die Objektive stehen weiter auseinander als die Okulare, das Gehäuse ist breit und gewinkelt. Die Bauart liefert ein plastisches Bild und kommt ohne aufwendige Prismenbeläge aus. Klassische Militärgläser sind häufig so gebaut.
- Dachkantprismen: Gerade, schlanke Tuben und kompaktere Maße. Für gute Abbildung brauchen sie zusätzliche Beläge auf den Prismen, was die Fertigung aufwendiger macht.
Welche Bauart ein bestimmtes Dienstglas hat, erkennen Sie auf einen Blick an der Gehäuseform.
Kurz gesagt
- 10x50 heißt: 10-fache Vergrößerung, 50 mm Objektiv, 5 mm Austrittspupille, Dämmerungszahl rund 22,4.
- „Original Bundeswehr“ beschreibt die Herkunft. Über Zustand und optische Leistung entscheidet das einzelne Stück.
- Vor dem Kauf eines gebrauchten Dienstglases Innenleben, Justage und Mechanik prüfen und auf ein Rückgaberecht achten.
- Strichplatte und Einzelokulareinstellung sind typisch militärisch und im zivilen Gebrauch Geschmackssache.
FAQ zum Thema Bundeswehr-Fernglas
Was bedeutet die Bezeichnung 10x50 bei einem Fernglas?
Die erste Zahl ist die Vergrößerung, die zweite der Objektivdurchmesser in Millimetern. Ein 10x50 vergrößert 10-fach und hat 50 mm Objektive. Daraus ergibt sich eine Austrittspupille von 5 mm.
Was bewirkt die Vergütung der Linsen?
Sie verringert Reflexionen an den Glasflächen. Dadurch gelangt mehr Licht zum Auge, und das Bild wird kontrastreicher. Ältere Dienstgläser haben die Vergütung ihres Baujahrs und erreichen oft nicht die Werte heutiger Gläser.
Wie wird die Dämmerungszahl berechnet?
Als Wurzel aus Vergrößerung mal Objektivdurchmesser. Für ein 10x50 ist das die Wurzel aus 500, also rund 22,4. Der Wert ist ein Rechenwert und sagt nichts über die Qualität der Optik.
Wozu dient eine Stickstofffüllung?
Das trockene Gas im abgedichteten Gehäuse verhindert, dass die Optik bei Temperaturwechseln von innen beschlägt. Bei alten Gläsern wirkt das nur, solange die Dichtungen intakt sind.
Worin unterscheiden sich Dachkant- und Porroprismen?
Dachkantgläser haben gerade, schlanke Tuben und sind kompakter. Porrogläser sind breiter gebaut, liefern ein plastisches Bild und kommen ohne aufwendige Prismenbeläge aus. Klassische Militärgläser sind häufig Porrogläser.
Worauf achten beim Kauf eines gebrauchten Dienstglases?
Auf klare Optik ohne Schleier oder Pilz, auf doppelbildfreie Justage, leichtgängige Mechanik und intakte Gummiteile. Ein Rückgaberecht des Händlers erlaubt die Prüfung in Ruhe.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu