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Grundlagen & Optik Redaktion fernglas-check.de · Stand

Die Entstehung des Fernglases: von der Idee zur Realität

Inhalt 6 Abschnitte

Die Idee: zwei Fernrohre für zwei Augen

Das Fernglas ist im Kern ein doppeltes Fernrohr. Die Idee ist fast so alt wie das Fernrohr selbst, das Anfang des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden aufkam: Zwei parallele Rohre, eines für jedes Auge, ergeben ein entspannteres und räumlicheres Bild als ein einzelnes Rohr. Beim Sehen mit beiden Augen verrechnet das Gehirn zwei leicht verschiedene Blickwinkel. Das erleichtert das Einschätzen von Entfernungen und ermüdet weniger.

Die frühen Doppelfernrohre arbeiteten nach dem Galilei-Prinzip mit einer Sammellinse vorn und einer Zerstreuungslinse hinten. Sie zeigten ein aufrechtes Bild, kamen aber kaum über eine geringe Vergrößerung hinaus und hatten ein enges Sehfeld. Als Opernglas hat sich diese Bauart bis heute gehalten. Für die Beobachtung auf größere Distanz war sie zu schwach, und Fernrohre mit stärkerer Vergrößerung waren lang, schwer und unhandlich.

Technologische Fortschritte

Den Durchbruch brachte das Prisma. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte der Italiener Ignazio Porro eine Prismenanordnung, die das kopfstehende Bild eines astronomischen Fernrohrs aufrichtet und zugleich den Lichtweg faltet. Damit ließ sich eine lange Brennweite in einem kurzen Gehäuse unterbringen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts machte Ernst Abbe bei Carl Zeiss in Jena daraus ein in Serie gefertigtes Prismenfernglas. Die versetzten Objektive der Porrobauweise verstärkten zusätzlich den räumlichen Eindruck.

Auf diesem Grundmuster bauen die weiteren Schritte auf:

  • Dachkantprismen: Sie führen den Strahlengang geradlinig durch das Gehäuse. Das Ergebnis sind die schlanken, geraden Ferngläser, die heute den Markt bestimmen.
  • Vergütung: Hauchdünne Schichten auf den Glasflächen verringern Reflexe. Vorher ging an jeder Glas-Luft-Fläche Licht verloren. Mit der Entspiegelung wurden die Bilder deutlich heller und kontrastreicher. Wie viel Licht ein Glas überhaupt sammelt, bestimmt der Objektivdurchmesser.
  • Kompakte Taschengläser: Faltbare Gläser mit kleinen Objektiven machten das Fernglas zum ständigen Begleiter auf Reisen.
  • Innenfokussierung und Abdichtung: Bewegt sich beim Scharfstellen nur noch eine Linse im Inneren, lässt sich das Gehäuse abdichten und mit trockenem Stickstoff oder Argon füllen. Das Glas beschlägt innen nicht mehr.
  • Sondergläser: Glassorten mit geringer Farbzerstreuung, darunter fluoridhaltige Gläser, verringern Farbsäume an harten Kanten.
  • Bildstabilisierung: Mechanische oder elektronische Systeme gleichen das Zittern der Hände aus. Erst damit werden hohe Vergrößerungen freihändig nutzbar.

Hersteller wie Zeiss, Leica und Swarovski haben diese Entwicklung über Jahrzehnte geprägt. Genaue Jahreszahlen und Modellgeschichten finden Sie in den Chroniken der Hersteller.

Vor- und Nachteile der Entwicklungen im Fernglas-Design

VorteileNachteile
Helleres, kontrastreicheres Bild durch Vergütung und bessere GläserAufwendige Optik verteuert die Fertigung
Räumliches Sehen mit beiden AugenBeide Hälften müssen exakt parallel justiert sein
Kompakte Bauweise durch PrismenDachkantprismen brauchen zusätzliche Schichten für ein gleich gutes Bild
Dichte, beschlagfreie GehäuseReparaturen sind nur in der Fachwerkstatt möglich
Ruhiges Bild durch BildstabilisierungMehr Gewicht und Abhängigkeit von Batterien

Was die Geschichte für die Auswahl heute bedeutet

Jede dieser Entwicklungen steckt als Merkmal in heutigen Datenblättern. Wer sie kennt, liest die Angaben mit mehr Gewinn.

  • Porro oder Dachkant: Die ältere Porrobauweise ist breiter, liefert aber mit einfachen Mitteln ein gutes Bild. Dachkantgläser sind handlicher und technisch aufwendiger.
  • Vergütung: Sie ist der Grund, warum zwei Gläser mit gleichen Kennzahlen unterschiedlich hell wirken können.
  • Füllung und Dichtung: Sie entscheiden, ob ein Glas Regen und Temperaturwechsel verträgt.

Am Prinzip hat sich seit den ersten Prismengläsern wenig geändert. Verbessert wurden Lichtausbeute, Farbtreue, Gewicht und Haltbarkeit. Ein gut erhaltenes älteres Glas kann deshalb noch immer ein brauchbares Bild zeigen.

Kurz gesagt

  • Das Fernglas entstand aus zwei gekoppelten Fernrohren. Praxistauglich wurde es erst durch Prismen, die das Bild aufrichten und das Gehäuse verkürzen.
  • Vergütung, Dachkantprismen, Abdichtung, Sondergläser und Bildstabilisierung sind die wichtigsten späteren Schritte.
  • Die Begriffe aus der Geschichte helfen beim Lesen von Datenblättern: Bauart, Vergütung und Dichtung erklären viele Unterschiede zwischen Gläsern.

FAQ zur Geschichte des Fernglases

Wie ist das Fernglas entstanden?

Aus zwei parallel montierten Fernrohren, eines für jedes Auge. Handlich und leistungsfähig wurde es erst mit dem Prismenfernglas, das im 19. Jahrhundert entwickelt wurde.

Wie verbessert das Fernglas die räumliche Wahrnehmung?

Jedes Auge erhält ein eigenes Bild aus leicht verschiedenem Blickwinkel. Das Gehirn setzt beide zu einem räumlichen Eindruck zusammen. Bei Porrogläsern stehen die Objektive weiter auseinander, was den Effekt verstärkt.

Welche technischen Verbesserungen gab es im Laufe der Zeit?

Die wichtigsten sind Prismen zur Bildaufrichtung, die Vergütung der Glasflächen, kompakte Dachkantbauweisen, abgedichtete und gefüllte Gehäuse, Sondergläser gegen Farbsäume und die Bildstabilisierung.

Welche Rolle spielt Zeiss in der Geschichte der Ferngläser?

Bei Carl Zeiss in Jena wurde das Prismenfernglas gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur Serienreife gebracht. Das Unternehmen gehört seither zu den Herstellern, die die Entwicklung der Optik mitgeprägt haben.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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