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Fernglas NVA 7x40: Herkunft, Technik und Sammlerwissen

Inhalt 10 Abschnitte

Das NVA-Fernglas 7x40: Herkunft und Einordnung

Als NVA-Fernglas bezeichnet man Ferngläser, die für die Nationale Volksarmee der DDR gefertigt wurden. Das bekannteste Format ist das 7x40. Es vergrößert siebenfach und hat Objektive mit 40 mm Durchmesser. Die Optik der DDR-Zeit ist eng mit dem Namen Carl Zeiss Jena verbunden, weshalb sich auf vielen Gläsern dieser Art entsprechende Gravuren finden. Wie bei jedem Militärglas gilt: Das Gerät war als Gebrauchsgegenstand für den Dienst im Gelände gedacht, nicht als Schaustück.

Ein Objektivdurchmesser von 40 mm ist für ein Glas dieser Klasse ein gängiger Kompromiss aus Lichtstärke und Gewicht. Manche Militärgläser jener Zeit verlangen außerdem eine Einzelokulareinstellung, bei der jedes Okular getrennt scharf gestellt wird.

Kennzahlen des 7x40 im Überblick

Aus den beiden Zahlen der Typenbezeichnung lassen sich die wichtigsten optischen Werte berechnen.

  • Austrittspupille: 40 : 7 = rund 5,7 mm. Das ist ein heller Wert, der auch in der Dämmerung gut nutzbar ist.
  • Dämmerungszahl: Wurzel aus 7 x 40 = √280, also etwa 16,7.
  • Vergrößerung: Siebenfach lässt sich freihändig sehr ruhig halten, die Verwacklung ist geringer als bei 10-fach.

Zum Vergleich: Ein modernes 8x42 kommt auf 5,25 mm Austrittspupille und √336, also etwa 18,3. Es vergrößert etwas stärker und liefert dadurch minimal mehr Details, bei kleinerer Austrittspupille. Das 7x40 gehört damit zu den hellen und ruhigen Allroundformaten.

Angaben zu Gewicht, Sehfeld oder Vergütung einzelner Exemplare hängen von Baujahr und Variante ab. Verlassen Sie sich darauf nicht aus Beschreibungen, sondern prüfen Sie das Glas selbst, wie im Abschnitt zu gebrauchten Gläsern beschrieben.

Historischer Hintergrund

Die Nationale Volksarmee bestand von 1956 bis 1990. In dieser Zeit war die Optikindustrie der DDR rund um Jena angesiedelt, wo der VEB Carl Zeiss Jena der wichtigste Hersteller war. Ferngläser gehörten zur Standardausrüstung von Truppenteilen, vom Beobachter im Gelände bis zur Führung. Aus dieser Zeit stammen daher viele Gläser, die heute als Gebrauchtware oder in Sammlungen auftauchen.

Der Wert für Historiker liegt weniger in einzelnen Zahlen als im Gesamtbild: Ein solches Glas zeigt, welche Anforderungen an Beobachtungsoptik in dieser Zeit gestellt wurden und wie man sie mit den damaligen Mitteln löste.

Bauweise und Zubehör

Gläser dieser Epoche sind meist Prismengläser in Porro-Bauart. Die Rohre sind versetzt angeordnet, das Gehäuse ist breit. Das ergibt ein robustes, ziemlich schweres Glas mit einem kräftigen Körper. Dachkant-Gläser sind schmaler und gerade gebaut. Der Unterschied ist im Vergleich der Bauarten Dachkant und Porro erklärt.

Manche Militärgläser tragen eine Skala im Sehfeld, die zum Schätzen von Winkeln und Entfernungen diente. Dazu gehört häufig ein Tragegurt oder eine Tragetasche. Bei Sammlerstücken zählt Vollständigkeit.

Zielgruppen: Sammler, Historiker und Beobachter

Für Sammler und Militärhistoriker ist das NVA-Fernglas ein Zeugnis der DDR-Geschichte und der damaligen Optikfertigung. Wer sich für verwandte Themen interessiert, findet auf dem Portal Beiträge zu den Ferngläsern der DDR-Grenztruppen und zum Fernglas der Bundeswehr.

Als Beobachtungsglas für Natur oder Reise ist ein solches Gerät nur bedingt geeignet. Es ist schwerer als aktuelle Dachkantgläser und hat im Rohzustand oft eine ältere Vergütung. Dafür zeigt es, wie solide Geräte damals gebaut wurden. Wer ein Glas wirklich benutzen will, sollte es prüfen und gegebenenfalls fachmännisch reinigen oder justieren lassen.

Stärken und Grenzen eines Militärglases dieser Art

Gesichtspunkt Einordnung
Helligkeit Große Austrittspupille, gut in der Dämmerung
Handhabung Ruhiges Bild bei siebenfacher Vergrößerung, aber hohes Gewicht
Optik Vergütung und Zustand hängen vom Einzelstück und Alter ab
Wetterschutz Nicht mit heutigen Schutzarten vergleichbar, vorsichtig behandeln
Ersatzteile Nur über Spezialisten oder als Teilspender

Gebrauchte Ferngläser prüfen

Bei einem gebrauchten Militärglas lohnt eine ruhige Sichtprüfung. Diese Punkte sind in der Praxis die wichtigsten:

  • Doppelbilder: Sehen Sie beim Blick auf eine entfernte Kante zwei Bilder, die sich nicht zur Deckung bringen lassen, sind die Rohre vermutlich verstellt. Das ist ein Fall für die Werkstatt.
  • Trübungen und Schleier: Halten Sie das Glas gegen das Licht und blicken Sie von beiden Seiten durch die Optik. Pilzbefall, Schlieren oder ein milchiger Belag mindern das Bild.
  • Kratzer und Ausbrüche: Oberflächliche Spuren auf den Außenlinsen sind weniger kritisch als tiefe Kratzer oder abgeplatzte Vergütung.
  • Fokus und Einstellung: Fokussierung und Okulareinstellung sollten gleichmäßig laufen, weder schwergängig noch lose.
  • Gehäuse und Belag: Bei älteren Gläsern löst sich die Gummi- oder Lederbeschichtung teils ab. Das ist ein Schönheitsmangel und lässt sich oft ersetzen.
  • Dichtigkeit: Für ein Glas dieses Alters ist Dichtheit nicht selbstverständlich. Feuchtigkeit im Inneren erkennen Sie an Beschlag zwischen den Linsen.

Ersatzteile für alte Gläser sind oft nur über Spezialisten erhältlich, manchmal nur als Teilspender. Rechnen Sie daher damit, dass eine Instandsetzung nicht immer möglich ist.

Pflege und Aufbewahrung

Ein altes Glas braucht dieselbe Pflege wie ein neues, nur mit mehr Vorsicht. Staub entfernen Sie am besten mit einem weichen Pinsel oder Blasebalg, bevor Sie mit einem Mikrofasertuch nachwischen. Aufbewahrt wird das Glas trocken, nicht in der Nähe von Heizungen und mit aufgesetzten Schutzkappen. Wie Sie ein Fernglas allgemein pflegen, beschreibt der Ratgeber zur Fernglaspflege.

Bewahren Sie das Glas in seinem Etui oder einer Tasche auf, damit Staub nicht in die Mechanik gelangt. Gläser, die jahrelang im Keller oder auf dem Dachboden lagen, sollten Sie nicht selbst öffnen. Fettreste, Dichtungen und Justage erfordern Werkzeug und Erfahrung, und ein falscher Eingriff verschlechtert das Bild dauerhaft.

Kurz gesagt

  • Das NVA-Fernglas 7x40 ist ein Militärglas der DDR mit 5,7 mm Austrittspupille und gut handhabbarer Vergrößerung.
  • Es ist schwerer als moderne Gläser und vor allem für Sammler interessant.
  • Bei gebrauchten Exemplaren Doppelbilder, Trübungen, Fokus und Gummierung prüfen.
  • Nie mit dem Fernglas in die Sonne sehen.

Häufige Fragen zum NVA-Fernglas 7x40

Was bedeutet 7x40 bei einem Fernglas?

Die Optik vergrößert siebenfach und die Objektivlinsen haben 40 mm Durchmesser. Daraus ergibt sich eine Austrittspupille von 40 : 7, also rund 5,7 mm.

Für wen ist das NVA-Fernglas interessant?

Vor allem für Sammler und Militärhistoriker. Als Alltagsglas ist es schwerer als moderne Dachkantgläser.

Worauf achte ich bei einem gebrauchten Militärglas?

Prüfen Sie auf Doppelbilder, Trübungen oder Pilz in der Optik, leichtgängigen Fokus, funktionierende Okulareinstellung und den Zustand der Gummierung.

Wie pflege ich ein altes Fernglas?

Staub mit Pinsel oder Blasebalg entfernen, dann vorsichtig mit einem Mikrofasertuch nachwischen und das Glas trocken mit Schutzkappen lagern.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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