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Kauftipps Redaktion fernglas-check.de · Stand

Fernglas-Hersteller in Deutschland: Marken im Überblick

Inhalt 16 Abschnitte

Was „Hersteller in Deutschland“ bedeutet

Wer nach deutschen Fernglas-Herstellern sucht, meint meist eines von drei Dingen: eine Marke mit Sitz in Deutschland, eine Optik, die hier entwickelt wurde, oder ein Glas, das hier gefertigt ist. Das ist nicht dasselbe. Viele Marken mit deutschem Sitz lassen ihre Gläser ganz oder teilweise im Ausland bauen, häufig in Asien. Das sagt für sich genommen nichts über die Qualität. Es bedeutet aber, dass der Markenname allein keine Herkunftsangabe ist.

Wenn Ihnen der Fertigungsort wichtig ist, achten Sie auf die Herkunftsangabe am Gerät oder in den Unterlagen des Herstellers und nicht auf die Adresse im Katalog.

Die folgende Übersicht stellt die Marken vor, die in diesem Zusammenhang häufig genannt werden. Zwei davon, Bushnell und Fujinon, sind keine deutschen Hersteller. Sie stehen hier, weil sie im deutschen Handel verbreitet sind und oft mit den heimischen Marken verglichen werden. Die Übersicht ist eine Einordnung nach Sortiment und Ausrichtung. Sie ist keine Rangliste, und das Portal hat die Gläser nicht selbst geprüft.

Bresser: breites Sortiment aus Rhede

Bresser hat seinen Sitz in Rhede im Münsterland. Das Sortiment ist ungewöhnlich breit: Neben Ferngläsern führt das Unternehmen Teleskope, Mikroskope und weiteres Optikzubehör. Bekannt ist auch die Produktlinie unter dem Namen National Geographic, die sich an Einsteiger und Familien richtet.

Bei den Ferngläsern reicht das Angebot von einfachen Kompaktgläsern bis zu Modellen für anspruchsvollere Naturbeobachter. Bei einem so weit gespannten Sortiment lohnt der Blick auf die Daten des einzelnen Glases: Bauart, Vergütung, Prismenglas und Dichtung unterscheiden sich zwischen den Reihen deutlich.

Bushnell: Marke aus den USA für Einsteiger

Bushnell ist eine amerikanische Marke. Die Gläser werden überwiegend in Fernost gefertigt. Im deutschen Handel ist Bushnell vor allem in der Einsteiger- und Mittelklasse vertreten, mit Gläsern für Wandern, Vogelbeobachtung und Sportveranstaltungen.

Als deutscher Hersteller zählt Bushnell nicht. Wer gezielt eine Marke mit Sitz in Deutschland sucht, findet sie in den folgenden Abschnitten.

Die Marken im Überblick

MarkeHerkunftAusrichtung des Sortiments
BresserDeutschland (Rhede)Sehr breit, von der Einsteigerklasse aufwärts, dazu Teleskope und Mikroskope
BushnellUSAEinsteiger- und Mittelklasse
DD OpticsDeutschland (Chemnitz)Ferngläser und Spektive für Natur- und Wildbeobachtung
Docter/NoblexDeutschlandFerngläser in der Tradition der Jenaer Optik
DörrDeutschland (Neu-Ulm)Breites Angebot in mehreren Preisklassen
EschenbachDeutschlandFerngläser für Freizeit und Naturbeobachtung, dazu Sehhilfen
FujinonJapanRobuste Gläser für See, Behörden und Astronomie
LeicaDeutschland (Wetzlar)Oberklasse, Ferngläser und Spektive
MinoxDeutschlandKompakte Gläser für Reise und Natur

Ebenfalls deutsche Marken sind Zeiss und Steiner. Zu Steiner gibt es einen eigenen Beitrag: Steiner-Ferngläser im Überblick.

DD Optics: Marke aus Chemnitz

DD Optics sitzt in Chemnitz und führt Ferngläser, Spektive und Nachtsichtgeräte. Die Marke arbeitet mit Fertigungsbetrieben in Japan zusammen. Entwicklung und Vertrieb liegen in Deutschland, die Produktion nicht.

Das Sortiment zielt auf Naturbeobachter und Jäger, die mit dem Fernglas Wild ansprechen. Typisch für diese Zielgruppe sind lichtstarke Gläser mit großer Austrittspupille und abgedichtetem Gehäuse.

Docter/Noblex: Tradition der Jenaer Optik

Die Marke Docter ist aus der ostdeutschen Optikindustrie um Carl Zeiss Jena hervorgegangen. Später wurde der Hersteller in Noblex umbenannt. Ältere Gläser tragen deshalb den Namen Docter, neuere den Namen Noblex. Wer gebraucht kauft oder nach Service sucht, sollte beide Namen kennen.

Das Fernglasprogramm umfasst klassische Größen für Tag und Dämmerung. Ob ein bestimmtes Glas in Deutschland gefertigt ist, entnehmen Sie der Herkunftsangabe des Herstellers.

Dörr: Angebot in mehreren Preisklassen

Dörr sitzt in Neu-Ulm und führt neben Ferngläsern weiteres Foto- und Optikzubehör. Das Fernglasangebot deckt mehrere Preisklassen und Einsätze ab:

  • Naturbeobachtung
  • Sportveranstaltungen
  • Reise und Wandern

Wie bei jedem breiten Sortiment unterscheiden sich die Reihen in Ausstattung und Verarbeitung. Vergleichen Sie die technischen Angaben des einzelnen Glases und nicht nur den Markennamen.

Eschenbach: Optik für Freizeit und Naturbeobachtung

Eschenbach Optik ist ein deutsches Unternehmen, das neben Ferngläsern auch Sehhilfen und Lupen herstellt. Die Ferngläser decken kompakte Reisegläser ebenso ab wie größere Gläser für die Naturbeobachtung.

Einige Reihen tragen das Kürzel ED. Es steht allgemein für Glas mit besonders geringer Farbzerstreuung. Solche Gläser verringern Farbsäume an kontrastreichen Kanten, etwa an Ästen vor hellem Himmel. Das Kürzel sagt aber nichts über Vergütung, Prismen oder Mechanik. Ein ED-Glas ist deshalb nicht automatisch das bessere Fernglas.

Fujinon: japanische Gläser für See und Behörden

Fujinon ist die Optikmarke des japanischen Fuji-Konzerns und damit kein deutscher Hersteller. Die Marke ist für robuste Gläser bekannt, die auf Schiffen und bei Behörden eingesetzt werden. Dazu gehören:

  • abgedichtete Porrogläser der Größe 7x50 für die Seefahrt
  • Gläser mit Bildstabilisierung für das Beobachten von schwankendem Untergrund
  • Großferngläser für Stativ und Sternhimmel

Mehr zu Marken aus Japan steht im Beitrag Ferngläser aus Japan.

Leica: Oberklasse aus Wetzlar

Leica sitzt in Wetzlar, einem der traditionellen Zentren der deutschen Optikindustrie. Die Marke ist durch ihre Kameras weltbekannt und baut außerdem Ferngläser und Spektive. Sie gehören durchweg zur Oberklasse.

In dieser Klasse unterscheiden sich die Gläser der großen Marken weniger in den Kennzahlen als in Einzelheiten: Farbwiedergabe, Randschärfe, Verhalten bei Gegenlicht, Gang des Fokusrads und Form des Gehäuses. Das lässt sich aus Datenblättern kaum ablesen. Wer in der Oberklasse kauft, sollte mehrere Gläser nacheinander in die Hand nehmen.

Minox: kompakte Gläser mit Kameratradition

Minox ist durch seine Kleinstbildkamera bekannt geworden und lange mit dem Optikstandort Wetzlar verbunden gewesen. Heute führt die Marke vor allem Ferngläser und weitere Fernoptik.

Das Fernglasprogramm umfasst kompakte Gläser für Reise und Wanderung sowie größere Gläser für die Naturbeobachtung. Dazu kommt Zubehör wie Taschen und Adapter.

Woran Sie Qualität unabhängig von der Marke erkennen

Der Name auf dem Gehäuse ist ein Anhaltspunkt, mehr nicht. Fast jede Marke führt einfache und aufwendige Reihen nebeneinander. Die folgenden Merkmale lassen sich an jedem Glas prüfen. Eine ausführliche Liste finden Sie im Überblick über Kriterien und technische Angaben.

  • Vergütung: An jeder unbehandelten Glasfläche geht Licht durch Reflexion verloren. Sind alle Glas-Luft-Flächen mehrschichtig vergütet, ist das Bild heller und kontrastreicher. Wie viel Licht ankommt, erklärt der Beitrag zur Lichtstärke.
  • Prismen: BaK-4 leuchtet die Austrittspupille gleichmäßiger aus als BK-7. Dachkantprismen brauchen einen Phasenkorrekturbelag, sonst leiden Auflösung und Kontrast.
  • Dichtung: Eine Füllung mit Stickstoff oder Argon verhindert das Beschlagen von innen. Die Schutzart nach IEC 60529 beschreibt den Schutz gegen Wasser. IPX7 steht für zeitweiliges Untertauchen.
  • Mechanik: Das Fokusrad soll gleichmäßig und ohne Spiel laufen. Die Knickbrücke soll ihre Stellung halten. Die Augenmuscheln sollen sauber rasten.
  • Bildeindruck: Sehen Sie auf eine ferne Dachkante oder ein Schild. Das Bild sollte in der Mitte knackig scharf sein und zum Rand hin nur allmählich nachlassen. Bunte Säume an hellen Kanten sind ein Zeichen für einfache Optik.

Service und Ersatzteile

Ein Argument für etablierte Hersteller mit Sitz im Inland ist der Service. Ein Fernglas ist ein mechanisches Gerät. Augenmuscheln nutzen sich ab, Deckel gehen verloren, und nach einem Sturz kann die Justierung leiden. Dann zeigen sich Doppelbilder.

Fragen Sie vor dem Kauf, wie lange die Garantie läuft, wohin das Glas im Servicefall geschickt wird und ob Verschleißteile nachgekauft werden können. Die verbindlichen Angaben stehen in den Garantiebedingungen des jeweiligen Herstellers.

Die Marke passend zum Einsatz wählen

Vor der Marke steht die Frage nach der richtigen Größe. Die Kennzahlen gelten für jedes Glas, gleich von welchem Hersteller:

  • 8x42: 5,25 mm Austrittspupille, ruhiges Bild, großes Sehfeld. Die Allround-Größe für Naturbeobachtung.
  • 10x42: 4,2 mm Austrittspupille, mehr Detail auf Distanz. Für offenes Gelände.
  • 8x25 oder 10x25: Klein und leicht, für helles Tageslicht.
  • 8x56 oder 7x50: Rund 7 mm Austrittspupille für die Dämmerung und das Beobachten auf dem Wasser.

Steht die Größe fest, vergleichen Sie zwei oder drei Gläser dieser Größe aus verschiedenen Preisklassen im Fachhandel. So sehen Sie selbst, wo der Mehrpreis sichtbar wird und wo nicht.

Kurz gesagt

  • Sitz der Marke und Ort der Fertigung sind zweierlei. Maßgeblich ist die Herkunftsangabe am Gerät.
  • Bresser, DD Optics, Noblex, Dörr, Eschenbach, Leica und Minox sind deutsche Marken. Bushnell kommt aus den USA, Fujinon aus Japan.
  • Fast jede Marke führt einfache und aufwendige Reihen. Vergütung, Prismen, Dichtung und Mechanik entscheiden, nicht der Name.
  • Service und Ersatzteile sind ein handfester Vorteil etablierter Hersteller.

Häufige Fragen zu Fernglas-Herstellern in Deutschland

Welche Fernglas-Marken kommen aus Deutschland?

Zu den deutschen Marken zählen unter anderem Bresser, DD Optics, Noblex (früher Docter), Dörr, Eschenbach, Leica, Minox, Steiner und Zeiss. Bushnell ist eine amerikanische, Fujinon eine japanische Marke.

Werden Ferngläser deutscher Marken in Deutschland gefertigt?

Nicht immer. Viele Marken mit deutschem Sitz lassen ganz oder teilweise im Ausland fertigen. Verlässlich ist nur die Herkunftsangabe am Gerät oder in den Unterlagen des Herstellers.

Wie wählen Sie das richtige Fernglas aus?

Legen Sie zuerst die Größe nach dem Einsatz fest, zum Beispiel 8x42 für die Naturbeobachtung. Vergleichen Sie dann Gläser dieser Größe nach Vergütung, Prismenglas, Dichtung, Gewicht und Handhabung.

Was unterscheidet Gläser der Oberklasse?

Weniger die Kennzahlen als die Ausführung: aufwendigere Vergütung, Sondergläser gegen Farbsäume, bessere Randschärfe, genauere Mechanik und ein dauerhaft dichtes Gehäuse.

Wie wichtig ist die Ergonomie bei Ferngläsern?

Sehr wichtig, vor allem bei längerem Beobachten. Das Glas soll ausgewogen in der Hand liegen, das Fokusrad mit dem Zeigefinger gut erreichbar sein und die Augenmuscheln zum Gesicht passen. Das lässt sich nur durch Ausprobieren klären.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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